HEAR MY PRAYER
Raiffeisen Klassik Vokal 2011
Auch für 2011 unterstützt Raiffeisen Salzburg wieder die A Cappella-Konzerte des Salzburger Bachchores im Land Salzburg. Unter dem Titel HEAR MY PRAYER stellte Alois Glaßner ein Programm zusammen, das sich den zentralen Gebeten des abendländischen Kulturkreises widmet. Der Salzburger Bachchor ist am 1. September in Tamsweg, am 2. Oktober in Enns am 3. Oktober in Bad Hofgastein und am 16. Oktober in Hof bei Salzburg zu hören.
Alle Kulturen dieser Welt kennen Gebete als Ausdrucksform menschlichen Sehnens und Hoffens. Seien es kleine Wünsche des Alltagslebens, weltumspannende Anliegen wie die Bitte um Frieden, oder spirituelle Hinwendung an eine höhere Macht: Überall wird gebetet, und wie könnte man das feierlicher – vielleicht auch wirkungsvoller – tun als in gesungener Form?

Quer über den Kontinent, von der Renaissance bis in die heutige Zeit geht die musikalische Entdeckungsreise, auf die Alois Glaßner und der Salzburger Bachchor einladen. Auf den verschiedenen Stationen offenbart sich die faszinierende Vielfalt mit der unterschiedlichste Komponisten sich dem universalen Anliegen näherten:
 
Heinrich Schütz leuchtet jedes Wort seiner berühmten Friedensbitte gehaltvoll aus während das „Vater unser“ des „Jahresregenten“ Franz Liszt (geb. 1811) eine feinsinniges, von tiefer Frömmigkeit getragenes, fast poetisches Licht auf den bedeutendsten Gebetstext der Christenheit wirft. Josef Gabriel Rheinbergers doppelchörige Messe „Cantus missae“ greift altbewährte Mittel musikalischen Dialogs wieder auf und verbindet sie mit den harmonischen Mitteln seiner Zeit zu einem Werk voll schlichter Natürlichkeit, der Tradition verpflichtet und doch modern – und zu Unrecht heute nur selten aufgeführt.
Auch Neues gibt es zu entdecken: Die Uraufführung zweier Werke von Shane Woodborne (ein Kompositionsauftrag des Salzburger Bachchores zu Texten von W. A. Mozart) steht ebenso auf dem Programm wie das erst vor wenigen Jahren entstandene zwölfstimmige „Sanctus“ - Klanggemälde des Briten Graham Lack.
 
Das „Vater unser“ ist weiters in Vertonungen von Maurice Duruflé und Herwig Reiter zu hören, ebenso die vielleicht berühmteste Vertonung des „Ave Maria“ durch Anton Bruckner.

Mit dem jüdischen Friedensgebet „Shalom aleichem“ schließt sich der programmatische Kreis, der mit Henry Purcells Motette „Hear my Prayer“ ausklingt.