VIA CRUCIS: L. Lechner: Johannespassion & F. Liszt: Via crucis
Donnerstag, 29. Mrz, 19.30 Uhr, Christuskirche
Am 29. März präsentiert der Salzburger Bachchor ein Passionskonzert in der Salzburger Christuskirche. Unter dem Titel VIA CRUCIS stellte Alois Glaßner, der künstlerische Leiter des Chors, ein Programm zusammen, das zwei selten aufgeführte Werke gegenübergestellt: "Via Crucis" von Franz Liszt in der Fassung für Chor und Klavier gemeinsam mit dem Pianisten Eung-Gu Kim und Leonhard Lechners "Johannes-Passion", eine der raren und ganz selten aufgeführten durchkomponierten Vertonungen der Leidensgeschichte Jesu.
Leonhard Lechner wurde um 1553 in Südtirol geboren. Seine genaue Herkunft ist unbekannt. Als Hofkapellmeister an der Württembergschen Hofkappelle in Stuttgart erlangte er große Bedeutung. Die 1593 gedruckte " Historia der Passion und Leidens unsers einigen Erlösers und Seligmachers Jesu Christi "ist ein Glaubenszeugnis des überzeugten Protestanten und eine gattungsgeschichtliche Besonderheit:
Der Evangelientext ist noch nicht, wie wenig später bei Heinrich Schütz, auf verschiedene Einzelsänger und Chor verteilt, sondern komplett als mehrstimmiger A-cappella-Satz durchvertont. Lechners Setzweise entfaltet in diesem kurzen aber eindrucksvollen Werk ihre volle Ausdruckskraft mit besonders farbiger Harmonik.

Franz Liszts klavierbegleitetes Werk  "Via crucis" für Soli und Chor ist als musikalische Kreuzwegdarstellung ein Unikum in der Musikliteratur. Nicht nur für das Genre als solches, sondern auch für die musikalische Faktur: ihre progressive Harmonik, ihre Expressivität, ihr abwechslungsreiches Formvokabular mit hohem Anspruch an feine Intonation. Als Solisten werden Sänger des Salzburger Bachchors zu hören sein.
Der seit 1988 in Salzburg lebende Pianist Eung-Gu Kim wurde in Seoul geboren und erhielt seine Ausbildung an der dortigen Nationaluniversität sowie anschließend am Mozarteum (bei Prof. Christoph Lieske) in Salzburg und ist international als Konzertpianst unterwegs.